Prof. Dr. Albert Mock, Köln:
Meine Begegnung mit Heroldsbach (Oktober 1963)
Abschließend zur Heroldsbach-Kontroverse in unserer Zeitschrift nimmt im Folgenden zu der causa ein Gelehrter Stellung, der wie kaum ein anderer mit den Vorgängen um die angeblichen Marienerscheinungen vertraut sein dürfte. Professor Mock, lange Jahre Professor an der Universität zu Köln, ist nicht nur ein bekannter Psychologe, sondern auch ein erfahrener Seelsorger. Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde der Wissenschaftler durch seine Studien zur Glaubwürdigkeit der Evangelien angesichts der Gerichtspsychologie sowie sein vieldiskutiertes Buch "Abschied von Luther. Psychologische und theologische Reflexionen zum Lutherjahr" (Luthe-Verlag, Köln, 1985). (DB)
Kurz vor Abschluss meines
Zweitstudiums in Psychologie brachte ich eine Wohltäterin
unseres Ordens (Arnsteiner Patres sscc) an den Hauptbahnhof in
Köln. Bei der langen Suche nach einem Platz im Wartesaal fand
ich schließlich eine Lücke neben einem bärtigen älteren
Herrn, ganz in Schwarz gekleidet, aber nicht als Priester,
sondern eher wie einer unserer früheren älteren Brüder auf
Reisen. Neben ihm saß eine Dame um die 50. Ich fragte den alten
bzw. älteren Herrn, ob die beiden Plätze neben ihm noch frei
seien. Seine freundliche Antwort: Wenn Sie sich trauen,
neben einem suspendierten Priester Platz zu nehmen, gern.
Meine Frage an ihn: Wie denn das? Daraufhin erzählte er
uns, dass er Professor für Askese und Mystik am Priesterseminar
in Bamberg resp. Freising gewesen sei und wegen seiner
Einstellung zu den Ereignissen in Heroldsbach, die er im Auftrag
Bambergs anfangs (mit) untersuchen sollte, von allen
priesterlichen Ämtern und Funktionen suspendiert worden sei.
Weil ich noch nie etwas davon gehört hatte, begann er longe et
late darüber zu berichten, auch dass er ein dreibändiges Werk
darüber geschrieben habe. Wegen der Eile meines Besuches bat ich
ihn, ob ich seine Veröffentlichung darüber einmal bekommen
könne. Seine sehr erfreute Gehilfin später als Christel
Altgott aus Rheydt-Odenkirchen geoutet notierte sich
sofort meine Adresse und ich bekam das dreibändige Opus ziemlich
schnell zugeschickt. Bei der Verabschiedung sagte er noch mit
fast sieghafter Freude, durch das Gespräch mit mir in eine Art manischen
Größenwahn zurückversetzt, er sei fest überzeugt, dass
HEROLDSBACH noch größer und bedeutender würde als LOURDES und
FATIMA zusammen.
Von meiner psychologischen
Ausbildung her bei meinem akademischen Lehrer Undeutsch, der
damals national wie international für den besten Gerichtspsychologen
gehalten wurde und mit dem Stockholmer Professor Trankell die
Gesetze und Regeln über die Realitäts-Adäquatheit von
Zeugenaussagen aufgestellt hat, fühlte ich mich nun
besonders motiviert, der Sache näher auf den Grund zu gehen. Am
13. Oktober 1963 fuhr ich mit Undeutschs Assistenten über
Bamberg nach Heroldsbach und schaute mir die Lage genau an. Ein
Treffen mit den Seherkindern war aus Zeitmangel nicht vorgesehen,
da wir ja das dreibändige Werk des Autors J. Walz und seine
Vernehmungen kannten, der jedoch keine Explorationskompetenz
erkennen ließ, sondern eigene subjektive Visionsvorstellungen
und Erwartungen suggestiv mit in die Verhöre einfließen ließ.
Überdies hatten wir an Ort und Stelle auch nicht mehr Zeit zur
Verfügung. Interessant war nur, dass wir beim Abgehen des in
Frage kommenden Geländes einer gläubigen Anhängerin
begegneten, die ich nach einem bestimmten Erscheinungsort fragte.
Ihre Antwort: Immer gerade aus, und wenn Sie sich beeilen,
treffen Sie noch Frau X mit Herrn Matthes (?) aus Augsburg mit
ihrer Pilgergruppe an, die gerade eine Erscheinung haben.
Meine Reaktion darauf: Wie? Heute gibt es hier noch
Erscheinungen? Ihre Antwort darauf: Haben Sie noch
keine Erscheinung gehabt? Nein, erwiderte ich!
Antwort: Ach, Sie Armer! Nichts wie hin, dachte ich
und traf auf die angekündigte Sehergruppe. Ich
versuchte sofort, die Anführerin, Visionsdeuterin
und Vorbeterin zu photographieren, aber sie entzog
sich mir sehr geschickt, indem sie immer wie ein Wiesel um den
dicken Stamm der Buche herumlief, um nichts ins Bild zu kommen.
Die ganze Gruppe war ekstatisch im
Glauben, ein neues Sonnenwunder zu erleben. Sie
schauten immer durch die sich leicht bewegende Baumkrone in die
scheinende Sonne und schädigten so nur ihre bereits blinzelnden
Augen; zwei Dutzend, keine Tausende. Wie jämmerlich und
erbarmungswürdig, dieses irregeführte Völkchen, das nicht nur glauben,
sondern sehen und hören, sinnlich wahrnehmen wollte,
obwohl sie doch Jesu Worte an Thomas kannten:: Weil du mich
siehst, Thomas, glaubst du. Selig sind die, die nicht sehen
und doch glauben. In der Kapelle zurück, trafen wir
dann noch den vorbetenden Bruder Norbert (einen Ex-Novizen aus
dem Benediktinerorden, wie man uns sagte), vermutlich Langhojer.
Im Grunde reichte uns das fürs Erste.
Im Sommersemester 1964 habe ich
dann als Dozent für Psychologie und Philosophie an unserer
Philosophisch-Theologischen Ordenshochschule in Simpelveld (NL)
auf der Grundlage des dreibändigen Werkes von J. Walz und
unserer eigenen Erlebnisse in Heroldsbach ein Seminar abgehalten,
das theologisch im Wesentlichen zum gleichen Ergebnis kam wie der
jüngst in THEOLOGISCHES erschienene Artikel (37 Nr 9/10) von
Felizitas KÜBLE und gerichtspsychologisch als reine Fiktion zurückgewiesen
werden musste. Damit war für mich schon damals die Sache
Heroldsbach abgehakt. Die sogenannte Vierfaltigkeit,
die bereits Anfang der 50er Jahre im Zusammenhang mit Schönstatt
in kritischen Klerikerkreisen ins Gespräch gekommen war und
aus Anlass der Sendung von P. Sebastianus Tromp SJ als
beauftragter Untersuchungskommissar des Vatikans nahe lag, sich
dort aber als noch rechtgläubig erwies, hatte mich schon 1963
insofern beschäftigt, dass ich in der näheren Region von
Heroldsbach die barocken Kirchen und Altäre der Reihe nach
Abfuhr, in denen ich nach Darstellungen der Krönung
Mariens vor und von dem Dreifaltigen
Gott nachgegangen bin, um eventuelle Zusammenhänge
aufzuspüren mit den gleichen und ungleichen Visionsvorstellungen
und Phantasien der Seherinnen von Heroldsbach.
Desgleichen interessierten mich die Pfingstdarstellungen mit elf
feurigen Zungen auf dem Haupt der Apostel als Symbol der
Freimaurer. Nach Abschluss der Visitation in Heroldsbach fragte
mich Bischof Graber aus Regensburg über unsere Eindrücke und
Untersuchungsergebnis. Wir kannten uns, weil ich damals Mitglied
des Regensburger Kreises war, ein Beraterteam über
Ostpolitik und die Lage der Kirche hinter dem Eisernen Vorhang.
Als Grenzlanddiözese war Regensburg dieser Aufgabenbereich von
der Bischofskonferenz übertragen worden. Meine Antwort an
Bischof Graber: Nur Fiktion, keine Vision.
.Er kritisierte nur, dass die Bamberger zu hart und zu harsch mit
den Kindern und ihren Sympathisanten bei ihrer Vernehmung
umgegangen seien
Der zeitgeschichtliche
Rahmen der Geschehnisse in Heroldsbach
Vorbemerkung über die wissenschaftlichen Methoden der Echtheitsprüfung von Heroldsbach.
Ausgangs- und Mittelpunkt der Auseinandersetzungen um Heroldbach sind die Aussagen der sieben Seherkinder, die von vielen Seiten unter die Lupe der Wissenschaft und des Glaubens genommen wurden. An erster Stelle stehen die Vernehmungen der Kinder und die damit zusammenhängenden Probleme der Glaubwürdigkeit und der Glaubhaftigkeit der Seherkinder und ihrer Vernehmer. Beide, Seherkinder und Verhörer, sind von gleicher Bedeutung, und wichtiger als die Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit, die Realitätsadäquatheit der Aussage der Zeugen. Der Richter fragt, was ist real und nachweisbar geschehen, wie kompetent ist der Zeuge in der Sache. Bei den Kindern ist natürlich ihr psycho-somatischer Entwicklungsstand zur Zeit des Geschehens zu beachten. Es kann begründet angenommen werden, dass sie zumindest bei der Anfangsbefragung glaubwürdig waren. Was sich aber daraus nach zahlreichen und vielseitigen Verhören entwickelt hat, ist nur schwer zu diagnosti- zieren. Ähnlich ist es auch bei den vernehmenden Mitgliedern der bischöflichen Kommission, die rational wie emotional unterschiedliche Überzeugungen über Privatoffenbarungen in sich trugen. Davon befreit sie auch kein Schwur auf das Evangelienbuch nach bestem Wissen und Gewissen der Wahrheitsfindung zu dienen und ein gerechtes Urteil zu fällen, das vom Ewigen Richter einmal offengelegt werden wird. J. Walz hat die Kinder manchmal bis zu fünf Stunden befragt, was weder die Gestapo noch die Stasi vermochten ohne Ablösung. Er ersehnte geradezu die Anerkennung der Erscheinungen der Gottesmutter, was seine Vernehmungsmethode stark beeinflusste.
Zum besseren Verständnis der Geschehnisse um Heroldsbach ist eine Betrachtung des zeitgeschichtlichen Rahmens empfehlungswert. Es ist die Zeit Papst Pius XII von seiner Bischofsweihe an als Eugenio Pacelli am 1. Erscheinungstag der Gottesmutter in Fatima am 13. Mai 1917 bis zur Verkündigung des Dogmas von der Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel mit Leib und Seele am 1. November 1950, was ihn besonders motiviert hat sich der Verehrung der Gottesmutter, insbesondere der Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariä zu widmen und ihrem Auftrag an den Papst, die Welt und Rußland ihrem Herzen zu weihen. In die Kriegsjahre fällt die Weihe der ganzen Welt an das unbefleckte Herz Mariens am 31. Oktober 1942, ein Datum, das von vielen Gläubigen als Ende des Kriegsglücks Hitlers gedeutet wird durch die von da an beginnende Einkesselung der VI. Armee von Generalfeldmarschall Paulus vor Stalingrad. Zwei Jahre später erfolgte die Einführung des Festes vom Unbefleckten Herzen Mariens für die gesamte Kirche. In vielen Gottesdiensten, Andachten und Vorträgen wurden die Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima trotz und auch wegen der eskalierenden katastrophalen Kriegszustände weit verbreitet. Das große Sonnenwunder von Fatima am 13. Oktober 1917 wurde als Hoffnungszeichen von den Gläubigen gefeiert, von den Ungläubigen aber verhöhnt. Während meines Westwalleinsatzes im Wehrertüchtigungslager nahe der luxemburgischen Grenze im September/Oktober 1944 wurde nicht nur darüber gespottet, sondern den wenigen katholischen Jugendlichen aus dem Konvikt in Fulda im vier Meter tiefen Panzergraben hin und wieder hinterrücks in Bein gestellt und beim Hinfallen gelacht. Der Unteroffizier durfte das natürlich nicht sehen. Wenn ich mich als Stärkerer wehrte, wurde ich sofort von fünf Gewaltbereiten der braunen Horde mit drohenden Fäusten umringt, eine Assoziation, die mir bis heute lebendig geblieben ist.
Nach
dem Krieg wurden die Kirchen wieder sehr viel voller und wegen
der großen Notlage nahmen auch die Pilgerprozessionen zu. Die
Vorbereitung auf die große Feier der Dogmatisierung der Himmelfahrt
Mariens tat ein Übriges zur Verbreitung der Verehrung der
Assumpta. Von außergewöhnlicher Bedeutung
entwickelte sich der 1943 in den USA gedrehte Film Das
Lied der Bernadette nach dem aus Prag geflüchteten
jüdischen Dichter Franz Werfel. Er flüchtete 1940 vor der
Gestapo nach Lourdes und machte das Versprechen, ein Buch über
Bernadette zu schreiben, sollte er je die rettende Küste
Amerikas erreichen. Der Film wurde in Deutschland ein
Riesenerfolg von ungeahnter Wirkung nicht nur bei katholischen
Christen. Die deutsche Premiere fand am 10. September 1948 im
Münchener Leopold Theater unter der Schirmherrschaft von
Kardinal Michael Faulhaber statt in Gegenwart des bayrischen
Kultusministers und des US-Besatzungskommandanten statt. Beim
Publikum war Das Lied der Bernadette ein voller
Erfolg. Der Film lief mehrere Wochen lang vor ausverkauftem Haus
und war geradezu ein Straßenfeger. Ähnlich stark muss die
Thematisierung der Ereignisse von Lourdes und Fatima auf die
sieben zehn bis elfjährigen Mädchen von Heroldsbach am
Sonntag, den 9. Oktober 1949 (Feier des Rosenkranzfestes) gewirkt
haben, als sie bei schönem Herbstwetter aus der Andacht kamen,
sich im Schlosspark Thurn auf eine Bank setzten und dabei den
Wunsch äußerten: Wie schön wäre es doch, wenn wir die
Muttergottes auch mal sehen könnten! Die Sehnsucht danach
muss so groß gewesen sein, dass die emotional Stärkste oder
auch die Wortführerin der Gruppe plötzlich ausrief: Ich
sehe sie! Die Gruppendynamik der vorpubertierenden Mädchen
begann ihre Wirkung; wie Dominosteine fielen nach und nach alle
in den Ausruf: ich sehe sie auch
ich auch,
ich auch.
Keine wollte mehr zurückstehen. Diese Angabe über das starke
Erscheinungsverlangen der Kinder ist nur von J. Walz erwähnt.
Langhojer beginnt mit der Erscheinung des göttlichen
Namenszeichens im Birkenwald und der Vision der weißen
Dame; eine bewusste Auslassung?
Was
ist in Heroldsbach wirklich geschehen? Antwort der
kirchlichen Dekrete und der aussagenpsychologischen Untersuchung.
Dekret vom 28.09.1950
Bamberg/02.10.1950 Rom:
Die Übernatürlichkeit der
Tatsachen steht nicht fest.
Dekret vom 18.07.1951
Bamberg/15.08.1951 Rom:
Es steht fest, dass die
genannten Erscheinungen nicht übernatürlich sind.
Ergebnis der
Untersuchung von mir und meinem Team, 1964
Keine Visionen sondern Fiktionen
(Phantasiegebilde) psychische Konstrukte auf Grund starken
Wunschdenkens; oder auch diabolische Irreführung von einer
äußeren Macht. Heroldsbach ist ein Opfer der Irreführung
durch den Vater der Lüge und Mörder von Anbeginn, der
sich als Engel des Lichtes getarnt hat. Heroldsbach
ist die wütende Reaktion Satans auf das Dogma von der
Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel mit Leib und Seele.
Ihr Zusammentreffen ist kein Zufall, sondern Fügung.
Kommissionsmitglied Prof.
Faulhaber (Bamberg) lässt eine Seherin die Muttergottes
fragen: Bist du die Assumpta? Antwort: Nein!
Ich bin die Königin der Rosen. Ich bin die Rosenkönigin.
Verwechselt es nicht mit Rosenkranzkönigin.
Die Erklärung von J. Walz,
das Kind habe das lateinische Wort nicht verstanden, sondern als
etwas Absurdes aufgefasst. Zum Vergleich dazu Bernadette
Soubirous nach Xavier RECROIX, einem Missionspater, Volkskundler
und international anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der
Privatoffenbarungen: Wie nachdenklich stimmen die
Diskretion, die tiefe Ruhe, die innere Logik, der gesunde
Menschenverstand, die Ausgeglichenheit, welche im Fall von
Bernadette Soubirous immer vorherrschen. Die weiße Dame
hatte sich unaufgefordert zu erkennen gegeben und gesagt: Ich
bin die unbefleckte Empfängnis. Frage der Kommission:
Weißt du was das heißt? Antwort: Nein.
Die Kommission versucht sie in Widersprüche zu verwickeln wie
falsch verstanden oder sie hat etwas anderes gesagt, was so
ähnlich klingt. Die einfache aber klare Antwort
Bernadettes darauf: Nein, sie hat gesagt: Ich bin die
unbefleckte Empfängnis Viele Seher, so Xavier
Recroix weiter, gleiten im Namen ihrer vernommenen Stimmen,
ihrer Erscheinungen, in die Ausgefallenheit, die Lächerlichkeit
oder die Verachtung ab. Niemand jedoch kann sich dem Charme des
Kindes von Massabielle entziehen, die bei ihrer Aussage blieb.
Ein zum Schmunzeln
verführender Fall der Lächerlichkeit und klaren Fiktion ist ein
Ereignis in Heroldsbach, als ein Journalist nach seinem
vermissten Schreibstift sucht. Als eines der Mädchen das
wahrnimmt, ruft sie plötzlich: Ich sehe den Schreibstift,
der heilige Antonius hat ihn in der Hand. Darauf der
Journalist: Dann sag dem heiligen Antonius, er soll ihn mir
zurückgeben, ich brauche ihn dringend. Das aber konnte
weder die Seherin noch ihr heiliger Antonius. Ein hervorragendes
Beispiel gegen Heroldsbach und all seine Phantasiegebilde.
Aber nicht nur das Nein zur
Assumpta, sondern auch die Zurückweisung, Königin des Rosenkranzes
zu sein. Ich bin die Königin der Rosen. Ich bin die
Rosenkönigin. Verwechselt es nicht mit der Rosenkranzkönigin.
Diese Aussage ist mehr als eine Fiktion, hier liegt eine klare
theologische Sentenz vor, eine diabolische Einmischung in die
Identifizierung der der Vision, die Furcht vor der Frau, die
der Schlange das Haupt zertreten hat. Gen.
Aber schon der Anfang der
Erscheinungen durch das Schriftzeichen JSH, bei Walz
und Altgott als griechische Schreibweise für Jesus
gedeutet, bei Langhojer und Internet als Zeichen des
dreifaltigen Gottes geglaubt, lässt den Diabolus, den
Verwirrer erkennen und den Verhunzer des göttlichen
Namens durch die Waagerechtschreibung des S über J bis H.
Ein sehr viel ernsterer Fall
für Heroldsbach, der schon kriminelle Formen annimmt, ist
die weinende Madonna im vergangenen Jahr 2007. Wer
brachte die Madonna zum Weinen titelte ein Journalist seinen
Bericht. Hier liegt bewusste und willentliche Irreführung
vor, ein primitiver letzter Versuch, den Glauben an die
Erscheinungen der Gottesmutter in Heroldsbach zu retten. Auch dem
Jesuskind liefen Tränen der Trauer über die Wangen wegen des
Unglaubens so vieler. Das war auch dem Leiter der Gebetsstätte
nicht ganz geheuer. Er nahm es weg und versteckte es im Schrank,
wo die Tränen augenblicklich versiegten. Die
naturwissenschaftliche Prüfung der Tränen ergab
eine starke Übereinstimmung mit dem Leitungswasser aus der
Küche des Pilgerheimes. Die anfänglichen Tränenzeugen gaben
mit Hilfe der Polizei bis auf einen ihr Versehen bald zu. Der
Leiter der Gebetsstätte hätte es nicht wagen können, auch die
Tränen der Gottesmutter vor den Pilgern in Frage zu stellen. Er
hätte vermutlich seine Stelle quittieren müssen.
Wären die
Tränendrüsendrückerinnen oder auch drücker wenigstens
so intelligent gewesen, eine gute Schauspielerin zu engagieren,
die auf Anhieb Tränen des Schmerzes oder auch der Freude über
das Antlitz der Gottesmutter hätte fließen lassen, dann wären
es wenigstens echte Tränen einer Frau gewesen und kein
Leitungswasser, wobei die chemische Analyse auch dieser
Schauspielertränen die emotionale Unechtheit hätte aufdecken
können. Was tut einer nicht alles, um sein Ziel zu erreichen.
Aber auch das herauszufinden gehört zu den Findungsmethoden der
Gerichts und Aussagepsychologie. Vgl. auch Corneille Il
faut bonne mémoire après quon a menti.Corneilles
Komödie Le menteur IV,5)
Ein letztes
schwerwiegendes Argument gegen die Übernatürlichkeit
der Heroldsbacher Erscheinungen sind für mich die entsetzlichen
Schmähungen, Verwünschungen und Verfluchungen gegen Frau
Felizitas Küble wegen ihres Artikels in THEOLOGISCHES 37
9/10 gegen die blasphemischen Visionen in
Heroldsbach, die sie als Abfall vom Glauben bezeichnete, nicht
als Hohn gegen die Gottesmutter, sondern als Zorn gegen den
Vater der Lüge, gegen den enttarnten Engel des
Lichtes und sein Visionen-Theater in fünf Aufzügen.
Bis in die tiefste Hölle wurde sie verflucht und mit ihr auch
die Zeitschrift und Leitung von Theologisches, denen
sie auf die Fürbitte ihrer Maria den Untergang an
den Hals wünschten. Nach erstem Atemholen schoss es aus mir in
staccato heraus: Dummheit, Wahnsinn, Psychose, diabolisch.
Das ist niemals der Geist Christi und seiner heiligen Mutter, das
ist er selbst, der Poneros. Im nächsten Atemzug drängte sich
dann doch wieder nach oben das Herr, vergib ihnen, sie
wissen nicht, was sie tun. Dieser Fluch aus der Unterwelt
ist eigentlich sogar ein Segen, verwandelt sich nach den Worten
Jesu in sein: Selig seid ihr, wenn ihr um meinet-, um der
Wahrheit willen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche
Weise verleumdet werdet. Freuet euch und jubelt; euer Lohn im
Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die
Propheten verfolgt. Mt 5,11.
Liebe Freunde und Verehrer der Gottesmutter, das wollt Ihr ja sein und seid es auch im Kern Eures irregeführten Herzens, sonst könnte Euch nicht von der hilflosen Kirchenbehörde die Gebetsstätte einer gesunden Marienverehrung als Ventil aus der Ratlosigkeit bei den leeren Kirchen und fehlenden Priestern geschenkt werden, ein Ort, der keine Erscheinungsstätte ist, auch wenn Ihr sie gegen alle Prüfungen und kirchlichen Entscheidungen weiterhin dafür haltet (ein Irrglaube). Warum verehrt Ihr nicht die Magd des Herrn, wie sie sich selbst genannt hat, in Euren Kirchen, in denen Ihr getauft wurdet, in denen Ihr beten und anbeten gelernt habt und glücklich zur ersten heiligen Kommunion mit IHM geführt, in der Firmung mit den Gaben des Heiligen Geistes ausgestattet und für Euer Leben gestärkt wurdet, die höchste Gabe Gottes in der Welt, sein heiliges Opfer mit ihm feiern und empfangen dürft; wo Euch die Schuld, und wäre sie so zahlreich wie der Sand am Meer, vergeben wird, wo die Ehe nicht nur versextes Wasser dieser Welt, sondern ewiger Wein vom himmlischen Hochzeitsmahl des Lammes und seiner Braut Euch zur Einheit und Ganzheit in der Verschiedenheit als Abbild des dreifaltigen Gottes unauflöslich verbindet, und wo Euch die letzte Salbung, nicht nur Krankensalbung, auf die Thronbesteigung als Priester und Könige vor Gott vorbereitet? Kennt Ihr überhaupt den unvergleichlichen Reichtum Eurer Kirchen und Gotteshäuser, wo ER SELBER wohnt, unaufdringlich angestrahlt und eingeladen vom ewigen Licht vor dem Tabernakel und wo Er auf Euch wartet ohne Terminabsprache? Was erhofft Ihr Euch eigentlich von den leeren Versprechungen des Visions-Tourismus und der Erscheinungsindustrie. Wenn Euch als Glieder des geheimnisvollen Leibes Christi Euer Heim zu eng und klein wird und Euch hin und wieder die Sehnsucht erfasst, das weltumfassende Volk Gottes zu erleben, das Kat-holon der Gemeinschaft aller Gläubigen seiner Kirche lebendig zu erfahren, dann pilgert zu den Gräbern der Apostel und Heiligen, die Euch den Glauben gebracht haben und denen Eure Väter die unvergleichlich schönen Kathedralen und Kunstwerke der Menschheit erbaut und komponiert haben, besucht sie nicht nur als leere Grabeshöhlen und kalte Museen, sondern stimmt mit ein ins jubelnde Te Deum des singenden Gottesvolkes; ein völlig anderes Erlebnis als ein Gang durch kalte Steine und erstarrte Mumien. Hier könnt und dürft Ihr sehen, hören, den Duft des Weihrauchs und der Blumen riechen, geht und singt mit der Orgel um die Wette. Geht auch weiter zu den altehrwürdigen, den heiligen und anerkannten Marienwallfahrtsorten, sucht ihre Verehrung im Jahreskranz der liturgischen Feste, dann wird es nicht mehr nötig sein, neue pastorale Weiden ohne Pastor zu erfinden. Kommt und kostet, wie gut der Herr ist; selig alle, die bei IHM sich bergen.
Anschrift des Autors: Prof. Dr. Albert Mock, Am Pantaleonsberg 10, 50676 Köln